Der „Fall“ „Geschichten mit Thanh“: Warum bezeichnet die Propagandaabteilung dies als teure Lektion?

Am 7. August 2026 bewertete die Zentrale Propagandaabteilung auf einer Arbeitssitzung zum Verlagswesen die Verfehlungen im Zusammenhang mit dem Buch „Geschichten mit Thanh – Neue Erzählungen über das Licht“ offiziell als teure Lektion in der Propagandaarbeit.


Ohne sich länger hinter den üblichen administrativen Formulierungen zu verstecken, räumte die Propagandaabteilung offen ein, dass es sich hierbei nicht nur um einen fachlichen Fehler handelte, sondern um einen schwerwiegenden Ausdruck von Nachlässigkeit und mangelndem Verantwortungsbewusstsein bei der Abgrenzung zwischen künstlerischem Schaffen und politischen Normen.
Die Tatsache, dass das Buch „Geschichten mit Thanh“ – einst von den staatlichen Medien hochgelobt – nun ans Licht gerückt wurde und zum Schauplatz einer erbitterten Auseinandersetzung geworden ist, hat die fatalen Schwachstellen des gesamten Verlagssystems der Kommunistischen Partei Vietnams offenbart.
Bemerkenswert ist, dass die Aufregung um diesen Fall auch auf die Nationalversammlung übergriff, als am 5. August 2026 der Entwurf zur Novellierung des Verlagsgesetzes unter widersprüchlichen Gesichtspunkten auseinandergenommen wurde.
Während der Abgeordnete Nguyễn Phạm Duy Trang vorschlug, die Vorabprüfung bei sensiblen Themen rund um die Parteiführung absolut zu verschärfen, forderte der Abgeordnete Nguyễn Vũ Trung hingegen, den Grundsatz der staatlichen Nicht-Zensur vor der Veröffentlichung zu gewährleisten, um eine erstickende Zensur zu vermeiden.
Das oben beschriebene Spannungsfeld zwischen den beiden Tendenzen – der ideologischen Kontrolle und der kreativen Freiheit – verdeutlicht umso mehr die tiefgreifenden politischen Folgen. Gleichzeitig schürt es Spekulationen über einen Rückschritt und eine Schwächung der Macht des Generalsekretärs.

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